1 Wappen-neu-jan-2018
Mittelaltermarkt
Logo--Gabsheim-3

Mittelaltermarkt   >1250 Jahre Gabsheim<

Das hat der alte, mauerumwehrte und mit alten Bäumen bestandene Kirchhof um die Pfarrkirche St. Alban in Gabsheim seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen: Ritter in Rüstung und Waffen mit ihrem Gesinde, mittelalterlich gewandete Menschen, Gaukler, Spielleute, Händler und Handwerker, die wie vor alten Zeiten ihr Handwerk ausübten: Hufschmied, Silber- und Goldschmied, Steinmetz, Töpferin, Drechsler, Lederer, Holzschnitzer, Gewandschneiderin, Spinnerin und noch manch anderes Gewerbe. Bei schönem Wetter konnten die zahlreichen Besucher all dies bestaunen, mit den Handwerkerinnen und Handwerkern ins Gespräch kommen und an manchen Ständen selbst Hand anlegen.

Anlass dieses Mittelaltermarktes ist das Jubiläum 1250 Jahre Ersterwähnung Gabsheims im Lorscher Codex. Neben der akademischen Feier im Mai war dieser Markt die zweite Veranstaltung der Gemeinde Gabsheim im Jubiläumsjahr, der noch eine "Weiße Tafel" am 13. August am Mittelpunkt Rheinhessens und ein historischer Ortsrundgang mit "Geisbot" und "Giselbert" am 10. September folgen werden. Geisbot ist der Gründer Gabsheims und Giselbert ist der Verursacher der Urkunde, welche für das Jahr 767 die Ersterwähnung der Gabsheimer Gemarkung bestätigt.

 

IMG_1000

 

Zur Eröffnung am Samstag zogen zunächst alle Teilnehmer des historischen Marktes zusammen mit dem Ortsbürgermeister Christian Geier mit Musikbegleitung über das Gelände, um dann in launiger Ansprache die Marktbesucher zu begrüßen und ihnen das Kaufen, das gebührende Saufen und Fressen nahe zu legen. Auch der Ortsbürgermeister, ebenfalls historisch gewandet, begrüßte die Zuschauer, um dann mit seinem Trinkhorn allen auf das Gelingen des Festes zuzuprosten. Am Abend des ersten Tages gab dann der Spielmann des Marktes, Theoderich Nêmmersatt, zusammen mit seiner Mutter ein Konzert in der Kirche, in dem beide ein breit angelegtes Spektrum von Liedern zu Gehör brachten, von Walther von der Vogelweides Lied "Under der Linden" über Liebeslieder bis zu modernen selbstkomponierten zeitkritischen Liedern. Die herrliche Akustik, das wappengeschmückte Gewölbe der gotischen Kirche sowie die effektvoll beleuchteten Altäre erzeugten eine Atmosphäre, in dem die Lieder sehr eindrücklich auf die Zuschauer wirkten. Für alle ein schönes Erlebnis.

Der zweite Tag begann mit dem Sonntagsgottesdienst um 9 Uhr 30, in welchem, dem historischen Anlass entsprechend, Teile des Gottesdienstes als lateinische Choräle nach den Melodien der "Missa de Angelis" gesungen wurden. Mit dem Vorsänger, Diakon Michael Weyers, und der Gemeinde, auf der Orgel begleitet von Reinhard Baumgärtener, wurden im Wechselgesang das Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei gesungen. Vielen der älteren Gottesdienstbesucher, welche die Zeiten noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil erlebt hatten, waren die Texte und Melodien noch gut vertraut und so erfüllte der volle Gesang den ganzen Kirchenraum.

Danach eröffnete wieder der historische Markt, zu dem viele, auch historisch gewandete Personen, oft ganze Familien hinzukamen, so dass sich die schattigen Plätze unter den Bäumen bald füllten. Neben dem Markt und den periodisch stattfindenden Darbietungen des Gauklers, der Sänger und der Ritter, war natürlich für Essen und Trinken bestens gesorgt. Für Getränke sorgte der Stand, in dem die Gabsheimer Vereine, die Feuerwehr und Teile des Gemeinderates allerlei Getränke anboten, vor allem Gabsheimer Wein, aber auch frisch gezapftes Bier, Met und nichtalkoholische Getränke. Bei dem warmen und sonnigen Wetter fand der Getränkestand regen Zuspruch. Zwischen Kirche und Sakristei bot auch die Katholische Kirchengemeinde Kaffe und Kuchen an. Am Rande des Marktes konnten auch noch das 686seitige Buch von Rudolf Post "Gabsheim in der Mitte Rheinhessens - Landschaft, Geschichte, Dorfleben" sowie Postkarten mit Gabsheimer Motiven, darunter eine mit dem Faksimile der Ersterwähnungsurkunde Gabsheims erworben werden. Kinder konnten sich dort auch Karten mit historischen Gabsheimer Ortssiegeln stempeln oder wie im Mittelalter mit einer Feder schreiben.

Gegen Abend endete der Markt und viele Besucher meinten, dass ihnen der kleine aber sehr vielseitige und harmonisch wirkende Markt in dem wunderschönen historischen Ambiente um die Kirche sehr gut gefallen habe. Natürlich trug auch das wunderschöne Wetter zum Erfolg dieses historischen Marktes bei.

Rudolf Post

 

IMG_0980
IMG_0985
IMG_0987
IMG_0988
IMG_0989
IMG_0992
IMG_0991
IMG_0996
IMG_0997
IMG_1013 Kopie
IMG_1014 Kopie
IMG_1019 Kopie
IMG_1018 Kopie
IMG_1021 Kopie
IMG_1025 Kopie
IMG_1027 Kopie
IMG_1023 Kopie
IMG_1031 Kopie
IMG_1041 Kopie
IMG_1043 Kopie
IMG_1044 Kopie
IMG_1049 Kopie
Willkommen   Aktuell   Ortsporträt   Info   Wirtschaft   Impressum